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gemalt in der Kindertherapie – Junge, 8 Jahre

Besonderheiten der Kinder und Jugendpsychotherapie

Für welche Kinder und Jugendliche kommt eine Psychotherapie in Frage?

Wenn Sie sich Sorgen um eines Ihrer Kinder machen, Sie Probleme haben im Zusammenleben mit Ihren Kindern, Sie das Gefühl haben, eines Ihrer Kinder braucht Unterstützung, die Sie ihm nicht geben können, dann sind Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen die richtigen Ansprechpartner. Vielleicht hat Ihnen der Kinder- oder Hausarzt, die Schule oder der Kindergarten auch schon zu einer Psychotherapie für Ihre Tochter/Ihren Sohn geraten, oder Sie haben sich schon häufig eine der folgenden Fragen gestellt:

● Warum hat mein Kind häufig soviel Angst?
● Warum kommt es immer wieder zu Streit in der Familie?
● Warum ist mein Kind oft so aggressiv?
● Warum kommt es in der Schule nicht zurecht?
● Warum kann mein Kind sich nicht konzentrieren und ist so unruhig?
● Warum ist das Bett nachts immer noch oder wieder so häufig nass?
● Warum wirkt mein Kind oft so niedergeschlagen und bedrückt?

Oder Sie stellen fest,

● dass Ihr Kind anfängt zu hungern oder Nahrung erbricht.
● dass Ihr Kind sich zwanghaft verhält
● dass Ihr Kind unter Ängsten oder unter Panik leidet.
● dass Ihr Kind sich selbst verletzt, über Selbstmord spricht oder versucht hat, sich umzubringen.

Möglicherweise wurde Ihr Kind Opfer von körperlicher, psychischer und/oder sexueller Gewalt, wurde Augenzeuge von Gewalt, wurde mit dem Verlust von wichtigen Bezugspersonen oder mit den Folgen einer schweren Erkrankung nicht fertig.

In all diesen Fällen kann es hilfreich sein, eine Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutIn aufzusuchen, um die Probleme Ihres Kindes und Ihre Probleme näher zu ergründen und Lösungen zu entwickeln.

Grundsätzlich behandeln Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen alle Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis zum vollendeten 21. Lebensjahr. Sie können mit Ihrer Tochter oder Ihrem Sohn direkt zu einer Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutIn Ihrer Wahl gehen. Jugendliche können ab dem 15. Lebensjahr auch ohne ihre Eltern und ohne deren ausdrückliche Einwilligung und ohne deren Wissen selbst eine Therapeutin/einen Therapeuten ihrer Wahl aufsuchen. Das Erstgespräch sowie die ersten fünf Therapiestunden dienen einerseits dazu, abzuklären, ob eine Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie die richtige Hilfe für Ihre Probleme und die Probleme Ihres Kindes ist. Andererseits haben Sie die Möglichkeit zu überprüfen, ob sich zwischen BehandlerIn und Ihrem Kind eine vertrauensvolle, tragfähige therapeutische Beziehung entwickeln kann.

Was unterscheidet die psychotherapeutische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen von der psychotherapeutischen Arbeit mit Erwachsenen? oder Was machen eigentlich Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen?

Kinder sind selten zu Gesprächen über eigene Ängste und Konflikte zu gewinnen. Ihre Sprache ist das Spiel !

Im freien Spiel stellen Kinder ihre persönliche Wirklichkeit dar, so wie sie sie aktuell erfahren, fühlen und deuten. Damit bieten sie den TherapeutInnen den Schlüssel zum Verständnis ihrer besonderen seelischen Konflliktlagen, geben Einblick in ihre Nöte und Sorgen. Im Schutze der therapeutischen Beziehung und durch die speziellen Spielangebote im Therapiezimmer können die Kinder entsprechend dem Stand ihrer psychischen Entwicklung die Themen ihres Lebens ausspielen: Sie können die aktuellen oder auch zurückliegenden Erlebnisse, die sie belasten und in ihrer Weiterentwicklung einschränken, ausdrücken und bearbeiten. Auch unbewusste oder vorbewusste Themen werden durch das freie Spielen für die psychotherapeutische Arbeit zugänglich. Gleichzeitig entfalten die Kinder im therapeutischen Spiel heilende Kräfte, indem sie auf aktive und kreative Weise ihre Lebensrealität nicht nur darstellen und mitteilen, sondern auch neu gestalten und verändern. Mit der Therapeutin/dem Therapeuten können die Kinder und Jugendlichen neue Beziehungserfahrungen sammeln, neue Verhaltensformen ausprobieren und einüben, und so Lösungen für ihre Konflikte und Probleme entwickeln.

Jugendliche und junge Erwachsene haben andere Bedürfnisse und Ansprüche an therapeutische Begleitung. Gesprächsanteile nehmen im Therapiegeschehen stark zu. Das freie Spiel als zentrales Medium verliert mit zunehmendem Alter der jungen PatientInnen an Bedeutung. Die unmittelbare Beziehung zwischen Jugendlichen und TherapeutIn wird noch elementarer für das therapeutische Prozessgeschehen. Doch auch hier, in der Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, hat die Handlungsebene und das gemeinsame konkrete Tun (etwa in Form von Malen, Gestalten, Sichbewegen, Theaterspielen, Kämpfen) einen sehr hohen Stellenwert. Jugendliche und junge Erwachsene können natürlich selbst entscheiden, ob und in welchem Rahmen sie ihre Eltern am Therapiegeschehen beteiligen wollen.
Wichtig ist, dass die vorrangigeHandlungsgrundlage für die TherapeutIn immer die Motivation und das Veränderungsbedürfnis der Jugendlichen ist, was nicht unbedingt immer den Bedürfnissen der Eltern entsprechen muss.

Eltern werden immer, manchmal auch die Geschwister, in die psychotherapeutische Behandlung von Kindern miteinbezogen. Dies geschieht meist in Form von regelmäßigen Eltern- oder Familiengesprächen. Es ist aber auch möglich, dass Mütter und Väter direkt in die Therapiestunden miteingebunden werden.
Das Verhalten eines Kindes, seine psychischen und sozialen Probleme stehen immer in enger Wechselwirkung zu den Beziehungen und Geschehnissen innerhalb der Familie. Ändert ein Kind durch die psychotherapeutische Behandlung sein Verhalten, wird dies Auswirkungen auf die gewohnten Beziehungs- und Verhaltensmuster in der Familie und im sozialen Umfeld haben. Deshalb ist es notwendig, nach Absprache die Familie und evtl. andere Bezugspersonen aus dem Umfeld des Kindes von Anfang an in die Therapieplanung und -gestaltung miteinzubeziehen.

Die Intensität der Einbindung der Bezugspersonen hängt einerseits vom Schweregrad der Störung ab, andererseits vom Alter der Kinder und Jugendlichen.

Wer bietet Psychotherapie für Kinder und Jugendliche an?

Psychotherapeutische Behandlung für Kinder und Jugendliche wird von Kinder- und JugendlichensychotherapeutInnen angeboten, sowie von Kinder- und JugendpsychiaterInnen (FachärztInnen für Kinder- und Jugendlichenpsychiatrie) und von Psychologischen PsychotherapeutInnen mit einer Kassenzulassung oder Abrechnungsgenehmigung für Kinder- und Jugendlichenpsycho-therapie.

Anmerkungen zu den Methoden in der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

Auch in der Psychotherapie mit Kindern und Jugendlichen gibt es unterschiedliche Therapiemethoden. Sie sind häufig in Anlehnung an die Therapiekonzepte für Erwachsene entstanden. Die Besonderheit in der Anwendung bei Kindern und Jugendlichen liegt wie oben beschrieben im Stellenwert des aktiven, freien und kreativen Spiels im therapeutischen Prozess. In der Regel werden von den Therapieschulen eigene Ausbildungsgänge für die psychotherapeutische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen angeboten, um dieser Besonderheit Rechnung zu tragen.

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